Therapie


Die Therapieempfehlungen basieren auf den ELN-Guidelines 2013 und definieren den aktuellen Standard in der Therapie eines MDS.

 

 

Niedrigrisiko MDS (IPSS: niedrig/intermediär-1; IPSS-R: sehr niedrig, niedrig und intermediär*)

ohne symptomatische Zytopenien und

  • Patient mit < 5% Blasten, keine schlechte Zytogenetik: watch and wait
  • Patient ≤ 65-70 Jahren, schlechte Zytogenetik oder rasche Progression: Stammzellspender suchen für allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation (allo-HSZT) oder hypomethylierende Agenzien (HMA: Azacitidine, Decitabine)

bei symptomatischer Anämie: Erythrozytentransfusion und Eisenchelationstherapie, sowie bei

  • Patient mit Serumerythropoetin < 500mU/ml und/oder RBC < 2/Monat: Erythropoetin Stimulierende Agenzien (ESA)
  • Patient mit MDS del(5q):
    • Serumerythropoetin < 500mU/ml und/oder RBC < 2/Monat: Zuerst ESA und bei Versagen starten mit Lenalidomid (LEN)
    • Serumerythropoetin ≥ 500mU/ml und/oder RBC ≥ 2/Monat: Lenalidomid
  • Patient < 60 Jahren, Blastenanteil <5%, normale Zytogenetik und hypoplastisches MDS: Immunsuppressive Therapie mit ATG plus CSA (IST) erwägen

 

Hochrisiko MDS (IPSS: intermediär-2/hoch; IPSS-R: hoch und sehr hoch)

Patient ≥ 65-70 Jahre, schlechter Allgemeinzustand oder limitierende Komorbiditäten: HMA und supportive care

Patient < 65 Jahre mit gutem Allgemeinzustand ohne limitierende Komorbiditäten 

  • mit passendem Stammzellspender und
    • Blastenanteil < 10%: direkte allo-HSZT ohne Induktion
    • Blastenanteil ≥ 10%: AML-ähnliche Induktions-Chemotherapie oder HMA mit anschliessender allo-HSZT
  • ohne passendem Stammzellspender und
    • schlechte Zytogenetik: HMA
    • ≥ 10% Blasten aber keine schlechte Zytogenetik: HMA und supportive care

 

(* bei fehlenden Hoch-Risiko Veränderungen: refraktär auf ESA, LEN und IST; >3 somatische Driver-Gen Mutationen; Mutationen in TP53, RUNX1, ASXL1, ETV6, EZH2, SRSF2, U2AF1, RAS-Pathway und JAK2 (VAF > 2%); relevante Knochenmarksfibrose ≥ Grad 2)

 

weitere Algorithmen

Zudem verweisen wir gerne auf den folgenden Behandlungsalgorithmus

Bonadies N. EMJ Hematol. 2017;5[1]:104-112. Malcovati L et al. Blood. 2013;122(17): 2943-64